Alexander a Lacu


Alexander a Lacu OCist/OSB (1552–1613), Abt von Wilhering, Garsten und Kremsmünster. Er war eine der führenden Persönlichkeiten der Gegenreformation in Oberösterreich.

Leben

Porträt Alexander a Lacu, Zisterzienserstift WilheringAlexander a Lacu wurde 1552 in Lugano, Schweiz, geboren. Er stammte aus adeliger Familie und war ein Schüler des Jesuitenkardinals Bellarmin. Er studierte am Germanikum in Rom, in Freiburg und in Pavia, wo er promovierte.

1576 wurde er Domherr zu Basel und Archidiakon von Como, wo er zum Priester geweiht wurde. 1580 erhielt er eine Pfründe in Konstanz, wurde bald Archipresbyter von Lugano, 1584 Apostolischer Protonotar und übernahm 1586 eine Professur in Wien. Im selben Jahr wurde er Hofkaplan des Erzherzogs Ernst. 1587 und 1589 war er Rektor der Universität Wien.

Am 8. September 1587 wurde er im Zuge der Gegenreformation vom Kaiser zum Abt von Wilhering ernannt und am 2. August 1589 bestätigt; zeitweilig war er auch Administrator in den Stiften Schlägl, Engelszell und Gleink.

„Zweiter“ Bauernaufstand 1594–1597 in Oberösterreich.

Nach langjährigen Auseinandersetzungen zwischen dem Stift und den Pfarrangehörigen scheiterte Abt Alexander trotz eines erzherzoglichen Generalmandates bei dem Versuch, in den Stiftspfarren Fuß zu fassen und einen Neubeginn einzuleiten, am Widerstand der Bevölkerung. Nur eine rasche Flucht in einem Boot über die Donau rettete ihn vor der aufgebrachten Menge. Die Stände und der erbitterte Abt veranlassten eine Strafexpedition unter Führung des Obersten Gotthard von Starhemberg. Für die dabei verübten Grausamkeiten mussten sich der 1596 zum Sprecher des oberösterreichischen Prälatenstandes gewählte Abt Alexander und der Oberst von Starhemberg 1597 rechtfertigen, was aber keine weiteren Konsequenzen hatte. Nur den Abt zwangen 1598 die Wilheringer und Ottensheimer zur Resignation.

Er zog sich, nachdem der Papst seinen Übertritt in den Benediktinerorden gestattet hatte, nach Garsten zurück, dessen Abt er 1600 wurde. Nach Kremsmünster postuliert, wurde er dort am 21. Juli 1601 in sein Amt als Abt eingeführt, nachdem er die Administration von Wilhering am 7. September 1600 niedergelegt hatte.

Als Abt in Kremsmünster kümmerte er sich erfolgreich um eine Reformation des klösterlichen Lebens, die Zahl der Eintritte stieg während seiner Regierung deutlich an.

Vor allem die katholischen Schweizer Kantone bemühten sich sehr, ihm den Kardinalshut zu verschaffen, er starb aber am 19. Mai 1613 in Linz und wurde in der Stiftskirche von Kremsmünster beigesetzt.

Gerd Gessinger

Literatur
  • Sulzer, Balduin: Abt Alexander a Lacu (1550-1613). Seine Bedeutung und Wirksamkeit für das Kloster Wilhering. Ein Beitrag zur Geschichte des Klosters Wilhering. In: 50. Jahresbericht Stiftsgymnasium Wilhering, Schulj. 1959/60 (Wilhering 1960) S. 3-28. 52. Jahresbericht, Schulj. 1961/62 (1962) S. 3-57.
  • Pitschmann, Benedikt: Bemühungen der Eidgenossen um den Kardinalshut für Abt Alexander a Lacu von Kremsmünster (1601-1613). In: Mitteilungen des oberösterreichischen Landesarchivs (MOÖLA) 12, 1977, S. 37-48
  • BBKL XVIII (2001) Spalte 62

Letzte Änderung: 16. März 2009 

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