Annunziatinnen, italienische


Die italienischen Annunziatinnen (lat. Ordo SS. Annuntiationis), nach der Farbe ihres Mantels und Skapuliers auch Cölestinerinen bzw. »himmlische« oder »himmelblaue« Annunziatinnen genannt, sind ein streng beschaulicher Orden, der 1604 in Genua von der seligen Maria Vittoria Fornari (1562–1617) begründet und von Papst Clemens VIII. bestätigt wurde. Er besteht aus selbständigen Klöstern unter der Jurisdiktion des Ortsbischofs, die nach der Augustinerregel leben und von einer Priorin geleitet werden.

Verbreitung

Annunziatin 1791

Annunziatin 1791

Der Annunziaten-Orden breitete sich in Italien und besonders in Frankreich aus. Zur Blütezeit gehörten ihm 50 Klöster an. Seit 1646 gab es ein von der Kaiserinwitwe Eleonore gestiftetes Annunziatinnenkloster in Steyr, Oberösterreich, das 1784 den Josefinischen Reformen zum Opfer fiel. Das gleiche Schicksal erlitt 1782 auch das von der Annunziatin Maria Viktoria Gräfin von Sarnthein (1666–1737) begründete Tochterkloster in Bozen (Schloss Rottenbuch). 1666 gründete die Gräfin Elisabeth Rantzau, die 1652 in Paris in den Orden eingetreten war, ein Annunziatinnenkloster in Hildesheim. Die einzige Schweizer Niederlassung des Ordens, das Kloster in Pruntrut, bestand von 1647 bis 1793.

In Italien gibt es zwei Klöster: Das 1676 von der Fürstin Camilla Orsini Borghese (Madre Maria Vittoria, 1603–1685) in Rom gegründete Kloster mit einer Tochtergründung in Manila und das Kloster in Genua.

Ende 2005 gehörten dem Orden noch 33 Monialen und Novizinnen in fünf Klöstern an.

Ordenskleid der Annunziatinnen

Weißes Kleid, blauer Gürtel, blaues Skapulier, schwarzer Schleier, blauer Mantel.

Weitere Namensformen:

Monache Annunziate, Monache Celesti, Suore Turchine, Annunziate Turchine

Weblinks

Das Annunziatinnenkloster in Rom
Das Annunziatenkloster in Genua

Letzte Änderung: 23. Januar 2009 

Kommentare

3 Kommentare zu “Annunziatinnen, italienische”

  1. Ingrid Coughlan Identicon
    Ingrid Coughlan
    23. Januar 2009 13:04

    Guten Tag,

    in dem Artikel „Annunziatinnen, italienische“ erwähnen Sie:

    „1666 gründete eine Gräfin Rantzau, die in Paris in den Orden eingetreten war, ein Annunziatinnenkloster in Dänemark.“

    Entweder liegt hier eine Verwechslung vor oder dies wäre eine Sensation, denn die Gräfin von Rantzau gründete, historisch absolut sicher belegt, im Jahre 1666 ein Annunziatinnenkloster in Hildesheim (Niedersachsen), wo sie, hochbetagt, im Jahre 1706 auch starb.

    Das Kloster befand sich in der Klosterstraße / Ecke Wohl, am Michaelishügel, direkt unter der zum Weltkulturerbe gehörenden bernwardinischen Kirche St. Michaelis. Das Annunziatinnenkloster war in Hildesheim unter dem Namen „Klein Bethlehem“ bekannt und florierte bis zu seiner Auflösung. Ab 1802 durften im Zuge der Säkularisation keinen neuen Nonnen mehr aufgenommen werden und das Kloster erlosch zwangsweise. Später übernahmen die bis heute in Hildesheim ansässigen Barmherzigen Schwestern (Vinzentinerinnen) die Klostergebäude und hielten das Andenken Rantzaus in Ehren, weil sie eine Mitarbeiterin des Vinzenz von Paul gewesen war.

    Diese Gräfin von Rantzau entstammte einer sehr bekannten lutherischen Adelsfamilie aus Holstein, die sowohl einen dänischen als auch einen deutschen Zweig hat. Rantzau konvertierte in Paris unter dem Einfluss von Vinzenz von Paul zum Katholizismus. Vor ihrem Klostereintritt betätigte sie sich bei den „Dames de la Charité“ des Vinzenz von Paul.

    Eine Gründung in Dänemark im selben Jahr wie in Hildesheim würde mich sehr überraschen, denn damals war Hildesheim das nördlichste der noch bestehenden katholischen Bistümer. Die anderen waren im Zuge der Reformation erloschen. Eben deshalb wählte Rantzau Hildesheim als Gründungsstandort.

    Die Gräfin Rantzau war eng mit Nils Stensen befreundet, der ebenso wie sie Konvertit war und sie bereits aus ihrer Pariser Zeit kannte.
    Nils Stensen wurde Apostolischer Generalvikar in Hannover, als dort vorübergehend ein katholikenfreundlicheres Klima herrschte. Er führte dem Kloster in Hildesheim viele Nonnen aus Dänemark und Norddeutschland zu.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Ingrid Coughlan
    Thomas-Mann-Str. 13
    31139 Hildesheim

  2. gge Identicon
    23. Januar 2009 13:20

    Es handelt sich wohl tatsächlich um eine Verwechslung. Elisabeth von Rantzau war die Witwe des französischen Marschalls Josias Rantzau († 1650 in Paris) und gründete 1666 das Kloster in Hildesheim. Vielen Dank für die ausführliche Fehlerkorrektur, die den Artikel sehr bereichert.

  3. Ingrid Coughlan Identicon
    Ingrid Coughlan
    23. Januar 2009 17:30

    Ich bewundere Elisabeth von Rantzau. Als ihre Darstellerin bei den historischen Führungen in Hildesheim habe ich so ziemlich alles gelesen, was es über sie gibt. Vor diesem Hintergrund habe ich sehr gerne zur Klärung beigetragen.

    Mit freundlichen Grüßen
    IC

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