Bruckmayr, Albert


Albert Bruckmayr OSB (* 3. Dez. 1913 Schärding; † 26. Juni 1982 Wels), Benediktiner und Abt des Stiftes Kremsmünster von 1970–1982, seit 1964 als Koadjutor.

LebenAbt Albert Bruckmayr stammte aus einer Kaufmannsfamilie in Schärding am Inn. Er kam nach dem Besuch der Volksschule an das Gymnasium und Internat des Stiftes Kremsmünster. Nach der Matura trat er in das Noviziat ein. Von 1933 bis 1937 studierte er als Kleriker an der Hochschule der Benediktiner, dem Kolleg Sant’Anselmo in Rom, Philosophie und Theologie. 1937 wurde er vom Lateinischen Patriarchen von Alexandria, Erzbischof Paul Huyn, zum Priester geweiht. Abt Ignaz Schachermair sandte Bruckmayr wegen seiner sprachlichen Begabung zum Studium der Altphilologie nach Wien und Berlin. 1940 wurde er zum Doktor der Philosophie und 1944 zum Doktor der Theologie promoviert.

1940/41 war Bruckmayr Kooperator in Viechtwang und von dort aus 1941—1945 Kaplan der neu errichteten Lokalkaplanei Scharnstein, wodurch er der Einberufung zur Wehrmacht entging. Zugleich wirkte er bis Kriegsende als Katechet in St. Konrad bei Gmunden. 1945 berief ihn Abt Ignatius zum Konviktspräfekten (bis 1964) und Professor am Stiftsgymnasium. Bruckmayr unterrichtete Latein, Griechisch, Religion und Philosophie. Von 1951 bis 1966 war er zugleich Moderator des philosophischen Hausstudiums.

Nach der Resignation von Abt Ignatius Schachermair wurde Bruckmayr 1964 zu dessen Nachfolger (zunächst nominell nur als Koadjutor) gewählt und noch am selben Tag von Rom bestätigt. Auch als Abt unterrichtete Bruckmayr, wenn auch reduziert, weiter am Stiftsgymnasium. Besondere Aufmerksamkeit widmete Bruckmayr der Seelsorge in den 27 inkorporierten Stiftspfarren. Von 1965 bis 1992 übernahm das Stift die Wallfahrtsseelsorge in Mariazell und 1970 auch die Großpfarre Barreiras in Brasilien, wohin er mehrfach reiste.

Bruckenmayrs Amtszeit ist gekennzeichnet durch eine große Bautätigkeit. Zur Vorbereitung auf die auf das 1200-jährige Jubiläum des Stiftes 1977 in Verbindung mit der Ausstellung des Landes Oberösterreich im Stift Kremsmünster ließ Bruckenmayr die Stiftsgebäude, die Stiftskirche und viele Kirchen der inkorporierten Pfarren restaurieren. Von 1971 an war Abt Albert der Delegierte der Ordensgemeinschaften im Priesterrat der Diözese Linz und wurde 1978 in das Bautenkomitee der Diözese berufen. Im Stift förderte er die jährlichen Hochschulwochen und mit einer Gruppe von katholischen Männern, die sich regelmäßig in der Karwoche zu einem »Kloster auf Zeit« zurückzog, errichtete er eine spirituelle Gemeinschaft, das Opus Sancti Benedicti. Von 1974 bis 1981 war Bruckenmayr Vorsitzender der Ordenkonferenz der Diözese Linz und damit auch Mitglied des Priesterrates.

Am Pfingstmontag, dem 31. Mai 1982, spendete Bruckenmayr in der Stiftskirche noch die Firmung, musste diese Feier aber unterbrechen und sich ins Krankenhaus nach Wels begeben. Dort starb er im Juni 1982 und wurde am 30. d.M. auf dem von ihm neu gestalteten Klosterfriedhof begraben.

DatenPaul; * 3. Dez. 1913; † 26. Juni 1982 (Wels); Vest.: 17. Aug. 1932; Prof. 18. Aug. 1933, 18. Aug. 1936; Sac. 11. Juli 1937 (Kremsmünster); Abbas: el. 5. Okt. 1964, ben. 28. Okt. 1964 (Bf. Franz Salesius Zauner); Christus hodie – Christus heute.

Werke
  • Untersuchungen über die Randscholien der 28 Reden des heiligen Gregorios von Nazianz im cod. Vindob.theol.gr.74 (Diss. 1940)
  • Das Ärgernis des Judentums an Paulus (Diss. 1944)
  • Die Lehre von den Sinneswahrnehmungen in der antiken Philosophie (Gymn.-Programm 1953)
  • Dieser und jener Äon. Eine Studie zum Geschichtsbild des hl. Paulus (Gymn.Programm 1954)
  • Studie zu St. Augustins Traktat Contra Cresconium. In: Professoren-Festschrift 1949, 201–219

Literatur
  • Theodor Pichler: Abt Albert Bruckmayr von Kremsmünster († 26. Juni 1982). In: Erbe und Auftrag 58 (1982), 455–458
  • Benedikt Pitschmann: Abt Albert Bruckmayr. In: StudMittOSB 93 (1982), 1061–1065
  • Gerhard Sedlak: Nachruf auf Abt Albert Bruckmayr. In: Oberösterr. Kulturbericht 36 (1982). F. 15, 3–4
  • Benno Wintersteller: Constantes estote. Zum Gedenken an Abt DDr. Albert Bruckmayr. In: Gymn.-Jber. 126 (1983), 15–28
  • Josef Hörmandinger: Die Vorsitzenden der diözesanen Ordenskonferenz Linz. In: Orden, Säkularinstitute und geistliche Gemeinschaften in der Diözese Linz. (=Neues Archiv für die Geschichte der Diözese Linz [NAGDL]), 17. Jahrgang (2005). – Linz: Bischöfliches Ordinariat, 2005 S. 259f.
  • BBKL Band XIV. (1998) Spalten 833–834

Letzte Änderung: 11. April 2009 

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