Erdington


Abtei St. Thomas Becket zu Erdington, eine 1922 aufgehobene Benediktinerabtei der Beuroner Kongregation in Erdington, einem Vorort von Birmingham, England.

Geschichte
Die ehemalige Abteikirche Erdington

Die ehemalige Abteikirche Erdington (Foto: Tommeehan)

Das Kloster in Erdington wurde 1876 als Exilkloster für einen Teil der 1875 im Zuge des preußischen Kulturkampfes aus Beuron vertriebenen Benediktinermönche errichtet, nachdem der Weltpriester Daniel Haigh die von ihm 1850 aus eigenen Mitteln errichtete neugotische St. Thomaskirche zur Verfügung gestellt hatte.

Am 14. Oktober 1876 bezogen vier Chormönche, der spätere Erzabt Placidus Wolter, der spätere Abtprimas Hildebrand de Hemptinne, der spätere Abt von Fort Augustus in Schottland Leo Linse, P. Leodegar Stocker und ein Laienbruder, das Priorat Erdington, übernahmen die Pfarrei und gründeten eine Lateinschule, die von P. Wilfrid Wallace geleitet wurde.

1880 war das von P. Hildebrand begonnene Klostergebäude fertiggestellt und der Konvent auf acht Patres und drei Laienbrüder angewachsen. 1896 erhob Leo XIII. das Priorat zur Abtei. Nun wurde ein Noviziat eingerichtet, eine Oblatenschule eröffnet und die Abtei mit mehreren Gebäuden erweitert, die 1898 eingeweiht wurden. Am 29. Dezember 1897 legten mit Thomas Campbell and Benedict Parker die ersten beiden Novizen ihre Profess ab.

Im Juli 1899 wurde P. Ansgar Höckelmann zum ersten (und einzigen) Abt ernannt und am 3. September d.J. in der Abteikirche durch Bischof Ilsley von Birmingham benediziert.

Im Jahre 1900 zählte die Abtei elf Chormönche, sechs Brüder, drei Kleriker, zwei Chornovizen und zwei Brüdernovizen, 1906 gab es 19 Chormönche und zwölf Laienbrüder. Infolge eines Visitationsbeschlusses wechselten 1913 fast alle britischen Mitglieder des Konvents in Klöster der Englischen Kongregation. Nur drei Brüder hielten weiterhin zu Erdington.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde das Kloster zu einem Internierungslager. Abt Ansgar wurde, obwohl er die britische Staatsangehörigkeit angenommen hatte, von den britischen Behörden gezwungen seine Abtei zu verlassen, und in der Abtei Colwich in Staffordshire, einem Kloster der Englischen Kongregation, Wohnung zu nehmen, während der Engländer P. Francis Izard die Abtei Erdington leitete. Nach Kriegsende wurde den 23 deutschen Mönchen der „Repatriierungsbescheid“ zugestellt. Sobald als möglich hatten sie in ihr Heimatland zurückzukehren. Als die ersten Mönche 1919 Großbritannien verließen, gingen auch einige englische Mitbrüder mit nach Deutschland. Der letzte von diesen, der Klosterschneider Br. Dominic Thomas OSB starb 1955.

1922 kam der Konvent von Erdington durch die Vermittlung des Erzabtes Raphael Walzer nach Weingarten im Landkreis Ravensburg. Die Pfarrgemeinde, die Schule und die Klostergebäude in Erdington wurden von Redemptoristen-Patres übernommen, die sie bis in die Mitte der 70er Jahre führten.

Prioren

Placidus Wolter, 1876–1878, dann Abt von Maredsous
Hildebrand de Hemptinne, 1878–1882
Leo Linse, 1882–1886
Bonifaz Wolff, 1886–1895
Silvester Schlecht, 1895–1899

Lage & Anfahrt

Letzte Änderung: 25. Juni 2009 

Kommentare

2 Kommentare zu “Erdington”

  1. Bollmann Identicon
    Bollmann
    22. Februar 2009 20:32

    Weingarten liegt nicht im Landkreis RAVENSBRÜCK sondern im Kreis RAVENSBURG. ca 25 km nördlich des Bodensees

  2. gge Identicon
    23. Februar 2009 21:30

    So ist es. Danke für die Korrektur.

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