Freinademetz, Josef


Josef Freinademetz SVD (* 15. April 1852 Abtei-Oies, Südtirol; † 28. Jan. 1908 Taikia, China), Steyler Missionar, Chinamissionar; Heiliger.

Leben
Josef Freinademetz

Josef Freinademetz

Der Sohn eines Südtiroler Bauern studierte am Priesterseminar der Diözese Brixen Theologie, empfing 1875 die Priesterweihe und war dann Kaplan in St. Martin in Thurn. 1878 trat er in die 1875 von Arnold Janssen in Steyl (Holland) gegründete Missionsgesellschaft des Göttlichen Wortes (Steyler Missionare) ein. Schon im folgenden Jahr wurden der künftige Bischof Johann Baptist Anzer und Josef Freinademetz als die ersten Missionare nach China ausgesandt.

In China angekommen erlernte Freinademetz die Sprache und baute zusammen mit Johann Baptist Anzer unter größten Schwierigkeiten und persönlichen Entbehrungen die Süd-Shantung-Mission auf, in der er fast 30 Jahre ununterbrochen als Wandermissionar, Administrator der Mission und Provinzoberer wirkte. Die Zahl der Christen stieg von 158 im Jahr 1882 auf rund 46.000 im Jahr 1908.

Der charismatische Missionar war bei Europäern und Chinesen gleichermaßen geschätzt und stand auch bei den chinesischen Behörden in hohem Ansehen. Besonders bemüht war er um die Ausbildung engagierter Laien, für die er ein katechetisches Handbuch in chinesischer Sprache verfasste, und die Heranbildung eines einheimischen Klerus.

Freinademetz lernte, die Sprache, die kulturelle Größe und die Spiritulaität der Chinesen zu entdecken, zu schätzen und zu lieben. Sein ganzes Leben war geprägt von dem Bemühen, ein Chinese unter Chinesen zu werden. In einem Brief an seine Verwandten schrieb er 1886: »Ich liebe China und die Chinesen und wäre bereit, tausendmal für sie zu sterben. Jetzt, wo ich keine großen Schwierigkeiten mit der Sprache mehr habe und auch das Volk und die chinesischen Bräuche kenne, betrachte ich China als meine Heimat, wo ich zu sterben wünsche.«

An Typhus erkrankt, starb Josef Freinademetz am 28. Jan. 1908. Sein Grab wurde schnell zu einem Ort der Verehrung und der Wallfahrt. P. Freinademetz wurde am 19. Okt. 1975 selig und am 5. Okt. 2003 zusammen mit Arnold Janssen heilig gesprochen.

Josef Freinademetz‘ Grabmal wurde während der Kulturrevolution 1966 verwüstet. Heute existiert nur noch eine Gedenktafel.

Literatur
  • Josef Hollweck SVD: Josef Freinademetz. Ein Leben im Dienst der Menschen Chinas. – Steyler Verlag, 2003
  • Fritz Bornemann SVD: Der selige P. J. Freinademetz 1852–1908, Ein Steyler China-Missionar. – Bozen
  • Richard Hartwich SVD: P. Arnold Janssen und P. Josef Freinademetz, Briefwechsel 1904–1907
  • Johannes Baur: P. Joseph Freinademetz SVD. – Steyler Verlag, 1956
  • Sepp Hollweck: Bringt den fremden Teufel um. Josef Freinademetz 1852-1908. Fu Shen-fu aus dem Gadertal, 1978
  • Jakob Reuter: Josef Freinademetz: Künder des Glaubens im Fernen Osten, 1985

Letzte Änderung: 25. März 2009 

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