Gemeinschaft der Seligpreisungen
Gemeinschaft der Seligpreisungen, franz. Communauté des Béatitudes, ein privater Verein von Gläubigen päpstlichen Rechts, der 1973 auf Initiative von Gérard (Ephraïm) und Josette Croissant sowie einem weiteren Ehepaar in Montpellier, Frankreich, unter dem Namen »Gemeinschaft der Löwe von Juda und das Geopferte Lamm« (Le Lion De Juda Et L’agneau Immolé) gegründet wurde.

Geschwister der Gemeinschaft der Seligpreisungen (Foto: Michael Wimmer, 2006, Creative Commons Licence)
Gérard Croissant hatte in Paris evangelische Theologie studiert und war unter dem Einfluss der Mystikerin Marthe Robin zum katholischen Glauben konvertiert. 1973 gründete er in Montpellier zusammen mit seiner Frau und weiteren Ehepaaren, die sich zu einem gemeinsamen Leben in Gebet und Gütergemeinschaft berufen fühlten, die Gemeinschaft, die 1975 in den ehemaligen Kapuzinerkonvent in Cordes-sur-Ciel umzog. Der damalige Erzbischof von Albi und spätere Kardinal Robert Coffy erkannte die Gemeinschaft 1979 als Pia Unio an und weihte Ephraim Croissant zum ständigen Diakon. 1985 erkannte Erzbischof Coffy die Statuten ad experimentum an. 1991 wurde der ursprüngliche Name in »Gemeinschaft der Seligpreisungen« geändert. Am 8. Dezember 2002 bestätigte der päpstliche Laienrat die Gemeinschaft als internationalen Verein päpstlichen Rechts.
Selbstverständnis und Spiritualität
Die Gemeinschaft der Seligpreisungen ist eine der sog. »neuen geistlichen Gemeinschaften«, die in der Folge des II. Vatikanischen Konzils entstanden sind.
Die ordensähnlichen Hausgemeinschaften mit Familien mit Kindern, Brüder und Schwestern, Zölibatären, Diakonen und Priestern verstehen sich als christliche Urgemeinden mit vollständiger Gütergemeinschaft. In einem intensiven gemeinschaftlichen Leben bemüht man sich, im Geist der christlichen Urgemeinde zu leben, und gleichzeitig den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden. Spiritualiät und Gebetsleben der Gemeinschaft, die sich ausdrücklich als kontemplativ versteht, gründen auf der Tradition des Karmel und sind geprägt von dem Wunsch, das Reich Gottes bereits auf Erden zu verwirklichen. Die tägliche Messfeier, in der sich sowohl jüdische als auch orthodoxe Elemente finden, bildet das Herz des Gemeinschaftslebens. Zusätzlich pflegt die Gemeinschaft das Stundengebet, das Rosenkranzgebet, die Anbetung vor dem Allerheiligsten sowie das Nachtgebet um die Einheit der Gläubigen. Ein wesentlicher Teil der Spiritualität ist die Weihe an Maria im Geiste des Ludwig Maria Grignon von Montfort.
Struktur
Die Gemeinschaft der Seligpreisungen wird von einem Generalmoderator geführt, der von einem Rat gewählt und unterstützt wird. Sie ist aus Häusern gebildet, die zu Provinzen zusammengefasst sind. Die Zentrale des Vereins hat ihren Sitz in Prayssas, Frankreich.
Bestand die Gemeinschaft zu Beginn fast nur aus Familien, kamen bald auch Mitglieder hinzu, die sich zum geweihten Leben hingezogen fühlten und Gelübde nach den drei evangelischen Räten ablegten. 1985 wurde das erste Mitglied der Gemeinschaft zum Priester geweiht.
Neben des »Familienmitgliedern», die ständig in den Häusern wohnen, gibt es außerhalb der Hausgemeinschaften noch die »Freunde des Lammes« und die »Seligpreisungen der Heiligen Familie«, die der Gemeinschaft durch ein jährlich erneuerbares Versprechen verbunden sind. Außerdem gibt es seit einigen Jahren eine »Priesterbruderschaft der Heiligen Familie«, deren Mitglieder nach der Spiritualität der Gemeinschaft in kleinen Hausgruppen leben und Pfarreien betreuen.
Verbreitung
Die Gemeinschaft der Seligpreisungen hat ungefähr 1500 Mitglieder und ist auf fünf Kontinenten vertreten. Im deutschsprachigen Raum gibt es sechs Häuser: Warstein, Nothgottes (vorm. in Rüdesheim am Rhein) und Uedem in Deutschland; Hinterbrühl und Aggsbach Dorf (Haus Maria Heil der Kranken) in Österreich und Zug in der Schweiz. In der Schweiz bestehen noch zwei weitere Häuser: eines in Venthône (frz.) und eines in Lugano (ital.).
Kritik
Der Gemeinschaft wird vorgeworfen, sie arbeite über Medjugore eng mit der von der Kirche verbotenen Gemeinschaft Leben (ehem. MIR) zusammen. Ehemalige Mitglieder berichten von einem sehr autoritären Führungsstil und stundenlangem Sühnebeten vor dem Allerheiligsten bei angeblichem Übertreten der Satzung.
Weblinks
Deutschsprachige Website der Gemeinschaft
Letzte Änderung: 10. Oktober 2008
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Kommentare
5 Kommentare zu “Gemeinschaft der Seligpreisungen”
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Ich habe Ihnen etwas sehr wichtiges mitzuteilen und zu senden und bin sehr ineressiert an Ihrem Ordensleben.
MfG
Ich habe Ihnen etwas sehr wichtiges mitzuteilen und zu senden und bin sehr ineressiert an Ihrem Ordensleben.
MfG
ich schreibe Ihnen erstmalig
[...] gibt es auch Gemeinschaften, evangelikale Orden wie die Communaute de Taize, die doch interessante Gemeinschaft der Seligpreisung, ein Orden der charismatischen Erneuerung. Alles in allem eine vielfältige Religion, die sich um [...]
gibt es bei Ihnen auch ein Jahresprogramm, näheres Kennenlernen, der Gemeinschaft, bitte antworten sie.
Irgendwie finde ich es nicht gut, auf dieser Seite Kritik an einer Gemeinschaft zu üben, die von der Kirche anerkannt worden ist, auch wenn sie Kontakt mit einer nicht-anerkannten Gemeinschaft in Medugorje hat. Wenn Sie für alle Gemeinschaften Positives und Negatives berichten würden, wäre es in Ordnung. Aber so finde ich es diskriminierend, selbst wenn ich persönlich es auch nicht so gut finde, dass die Gem. der Seligpreisungen in ihrer offiziellen Einstellung zu Medugrje dem Urteil der Kirche irgendwie vorzugreifen scheint (wenn auch vielleicht nicht ausdrücklich gewollt). Im Übrigen werfen die meisten ehemaligen Mitglieder von Ordensgemeinschaften ihren ehemaligen Gemeinschaften einen autoritativen Führungsstil vor… Das sollte man bei der Weitergabe solcher Informationen auch vor Augen haben!