Hönisch, Andreas


Andreas Hönisch SJM (* 3. Okt. 1930 Habelschwerdt, Niederschlesien [heute Bystrzyca Kłodzka, Polen]); † 25. Jan. 2008 Blindenmarkt), Gründer und erster Generaloberer der Servi Jesu et Mariae.

Leben
Andreas Hönisch SJM (Foto: SJM)

Andreas Hönisch SJM (Foto: SJM)

Andreas Hönisch wurde am 3. Oktober 1930 als drittes von vier Kindern des örtlichen Dorfschullehrers in Habelschwerdt, Grafschaft Glatz, in Schlesien (heute Bystrzyca Klodzka, Polen) geboren und dort am 12. Oktober getauft. Er besuchte die Volksschule in Langenau (heute Dlugopole Zdroj) und wechselte anschließend für drei Jahre an das altsprachliche Gymnasium in Glatz, wo er zum ersten Mal in Kontakt mit den Jesuiten kam. Nach der Vertreibung der Familie nach dem Zweiten Weltkrieg und einem kurzen Aufenthalt im Flüchtlingslager in Ostfriesland kam er 1946 als erster interner Schüler an das gerade wieder eröffnete Aloisiuskolleg der Jesuiten in Bad Godesberg bei Bonn.

Nach dem Abitur trat er 1952 in die Ostdeutsche Provinz der Gesellschaft Jesu ein. Sein Noviziat absolvierte er unter der Leitung von Pater Otto Pies SJ, der als Häftling im Konzentrationslagers in Dachau gewesen war, auf dem Jakobsberg bei Bingen am Rhein. Von dort ging er 1954 zum Juniorat nach Tisis bei Feldkirch.

Von Ende 1954 an bis 1957 studierte Hönisch Philosophie in Pullach bei München. Danach absolvierte er einen fünfmonatigen Sprachkurs in Manila auf die Philippinen und vertiefte seine englischen Sprachkenntnisse. Anschließend besuchte er von 1958 bis 1960 die Sprachschule in Yokosuka in Japan. Auf der von den Jesuiten geführten Sophia-Universität in Kojimachi in Tokio lehrte er zwei Monate lang Englisch und Deutsch, musste dann aber wegen einer Krankheit nach Deutschland zurückkehren.

Von 1960 bis 1964 studierte er an der Jesuitenuniversität Sankt Georgen bei Frankfurt Theologie. Am 27. August 1963 wurde er in Berlin von Erzbischof Alfred Kardinal Bengsch zum Priester geweiht. Von 1964 bis 1965 absolvierte er in Paray-le-Monial im Burgund sein Tertiat.

1965 übernahm er die Stelle des Religionslehrers am Rathenau-Gymnasium in Berlin. Von 1966 bis 1977 war Höhnisch Kaplan in der Pfarrei St. Albertus in Gießen, wo er auch zwei große Pfadfindergruppen betreute. Am 11. Februar 1976 gründete er nach dem Vorbild der französischen Scouts d´Europe zusammen mit dem Oberstudiendirektor Günther Walter die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE). Hönisch war bis zu seinem Tod Bundeskurat des deutschen Verbandes.

1977 wechselte Hönisch nach Langen in Hessen, wo er bis 1981 als hauptamtlicher Religionslehrer am Gymnasium tätig war. Von 1981 bis 1988 war er Mitarbeiter von Pater Werenfried van Straaten OPraem, dem Gründer des Hilfswerkes Kirche in Not.

Seine Jugendarbeit brachte den Jesuiten schon bald in Konflikt mit seinem Orden. Hönisch wurde aus der Gesellschaft Jesu ausgeschlossen und von Bischof Josef Stimpfle als Weltpriester in die Diözese Augsburg inkardiniert.

1988 gründete Hönisch im ehemaligen Kapuzinerkloster Mussenhausen, Diözese Augsburg, unter der Schirmherrschaft von Bischof Stimpfle und Bischof Don Emanuel Pestana (Anapolis/Brasilien) eine neue Ordensgemeinschaft der Diener Jesu und Mariens, die Servi Jesu et Mariae (SJM) – nach ihrem Selbstverständnis eine neojesuitische Gründung im Geist des heiligen Ignatius von Loyola. 1996 musste die Gemeinschaft, die die Messe auch nach dem Missale von 1962 – d.h. nach vorkonziliarem, tridentinischem Ritus – feiert, das Kloster Mussenhausen verlassen und zog, nachdem auch der Bamberger Erzbischof Karl Braun eine Niederlassung in seiner Diözese abgelehnt hatte, nach Blindenmarkt, 55 km östlich von Linz, Österreich. Dort ist sie noch heute ansässig.

Am 16. Juli 1994 wurde die SJM als Kongregation päpstlichen Rechts anerkannt und Hönisch zum ersten Generaloberen bestimmt. Dieses Amt übte er bis zu seinem Tod aus.

Hönisch starb überraschend am 25. Januar 2008 im Mutterhaus der Gemeinschaft. Das Requiem am 1. Februar 2008 in der Basilika zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit auf dem Sonntagberg wurde vom Sekretär der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, Prälat Camillo Perl, in der forma extraordinaria gefeiert.

Werke

  • Der Junge aus dem anderen Land. Cassianeum, Donauwörth 1956
  • Das Geheimnis der Ahornallee. Verlag Alsatia 1959, Neuauflage: Spurbuchverlag, Baunach 1993
  • Spuren zum Ziel (mit Günther Walter und Edeltraut Wessler). 1997
  • Liebe Freunde von Pfadfinder Mariens. SJM-Verlag, Meckenheim 2001

Letzte Änderung: 7. November 2008 

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