Kamillianer
Die Kamillianer (lat. Ordo Sancti Camilli = Orden des Heiligen Kamillus, OSC oder OSCam), offiziell Regularklerikerorden der Diener der Kranken, (lat.: Ordo Clericorum Regularium Ministrantium Infirmis, MI), in romanischen Ländern auch bekannt als »Väter vom guten Tod«, sind ein 1582/86 vom hl. Camillo de Lellis (1550–1614) in Rom gegründeter Regularklerikerorden.
Die Kamillianer legen neben den drei Gelübden der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams noch ein viertes Gelübde ab: den Kranken zu dienen, auch unter Einsatz ihres Lebens.
Einsatz und Verbreitung
Kamillianer sind tätig als Krankenhausseelsorger und -pfarrer, Sozialarbeiter, Kranken- und Altenpfleger, Ärzte und Psychologen sowie in der Mission. Weltweit zählt die Ordensgemeinschaft 1.100 Kamillianer in 15 Ordensprovinzen. Das Generalat hat seinen Sitz in Rom. In Deutschland (Deutsche Provinz) arbeiten rund 20 Kamillianer in den Niederlassungen Essen, Freiburg und Mönchengladbach. Die seit 1946 selbständige österreichische Provinz hat ihren Sitz in Wien und weitere Niederlassungen in Salzburg, Kramsach (Kloster Hilariberg) und Nyíregyháza (Ostungarn).Der Orden unterhält mit dem Istituto internazionale di teologia pastorale sanitaria ein wissenschaftliches Zentrum in Rom.
Inspiriert vom Ordensideal der Kamillianer und oft in Zusammenarbeit mit ihnen sind auch verschiedene Frauengemeinschaften tätig, siehe Kamillianerinnen.
Weblinks
Geschichte
Der ehemalige Kapuziner-Laienbruder Kamillus von Lellis sammelte als Leiter eines Krankenhauses in Rom eine Gruppe von Krankenpflegern um sich, die sich der Pflege von Kranken und Sterbenden widmete. Nachdem er selbst Priester geworden war, formte er die Gruppe zu einem Orden um, der 1586 die vorläufige und 1591 die endgültige päpstliche Anerkennung erhielt.Der Orden breitete sich im Zuge der katholischen Erneuerung nach dem Konzil von Trient in Italien, Spanien und Lateinamerika rasch aus, wurde aber durch die napoleonische Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts fast ausgelöscht. Erst 1842 kam es von Verona aus zu einer Neubelebung und weltweiter Verbreitung. Seit 1946 ist der Orden auch missionarisch tätig, v.a. in Asien und Afrika.
Eine deutsche Provinz gibt es seit 1903 (Provinzialat in Essen). Von hier aus wurden weitere Niederlassungen und Provinzen in Österreich (1906, seit 1946 selbständige Provinz), den Niederlanden, Polen und Nordamerika begründet.
Die Neufassung der Konstitutionen nach dem zweiten vatikanischen Konzil betont neben der traditionellen Sorge für Kranke und Sterbende auch die Betreuung sozialer Randgruppen und Suchtkranker. Wichtige Zielsetzung dabei ist die Durchdringung des Gesundheitswesens mit dem christlichen Geist, was auch in der systematischen Ausbildung der Ordensmitglieder betont wird.
Ordenstracht
Die Kamillianer tragen einen schwarzen Habit mit einem großen roten Kreuz auf der Brust.Letzte Änderung: 1. November 2008
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