Kartause


Eine Kartause ist ein Kloster des Kartäuserordens. Der Name Kartause leitet sich von der lateinischen Bezeichnung Cartusia für das französische La Chartreuse, dem Gründungsort der ersten Kartause, ab.

Kartausen heuteIm Laufe der Zeit entstanden insgesamt 272 Kartausen, von denen heute noch 24, davon 19 Männer- und fünf Frauenkonvente, bestehen. Die jüngste Gründung ist die Kartause Sudowon in Südkorea aus dem Jahr 2004. In Planung ist außerdem die Ansiedelung einer Kartäuserinnengemeinschaft in Südkorea.

Kartausen

Geschichte1084 errichtete Bruno von Köln mit sechs Gefährten in La Chartreuse, einer einsamen Gebirgsgegend bei Grenoble in Frankreich, die erste Kartause. Sie wird als La Grande Chartreuse, Große Kartause, bezeichnet und ist bis heute das Mutterkloster des Kartäuserordens. 1132 wurde die erste Kartause durch eine Steinlawine zerstört und etwa zwei Kilometer südlich der ursprünglichen Lage wieder aufgebaut, wo sie noch heute gelegen ist. Die Große Kartause wurde im Laufe der Zeit insgesamt achtmal durch Feuer zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Die heutige Große Kartause stammt größtenteils aus dem 17. Jahrhundert, einzelne Elemente sind aber noch aus dem 14 und 15. Jahrhundert erhalten. Weitere Gründungen von Kartausen folgten, die erste bereits 1090 durch Bruno von Köln in Italien.

BaustilEin einheitlicher Baustil bildete sich bei den Kartausen nicht heraus. Die einzelnen Kartausen sind in der Architektur ihrer Zeit und nach den örtlichen Gegebenheiten konstruiert. Einziges charakteristisches Element aller Kartausen ist der Große Kreuzgang, um den herum die Einsiedeleinen der Patres gruppiert sind. Im Hochmittelalter kam es zu prachtvoll ausgestatteten Stiftungen. Moderne Gründungen zeugen eher dem Ordensideal entsprechend von Armut und Einfachheit.

Daniel Tibi

Letzte Änderung: 27. August 2010 

Kommentare

3 Kommentare zu “Kartause”

  1. ambrosius Identicon
    ambrosius
    24. September 2012 01:24

    Ich zitiere nochmals aus dem Anschreiben des Papstes an die Kartäuser:
    So „harren sie auf göttlichem Wachtposten aus und warten auf die Rückkehr ihres Herrn, um ihm sogleich zu öffnen, wenn er anklopft“ (Brief an Radolf Nr. 4 und weiter eben daraus:
    Die Berufung zum Gebet und zur Kontemplation, die das Kartäuserleben charakterisiert, zeigt in besonderer Weise, dass Christus allein der menschlichen Hoffnung eine Fülle des Sinns und der Freude bringen kann.
    Zum bräutlich-hochzeitlichen des Daseins zitiere ich heraus aus dem Anschreiben des seligen Papstes Johannes Paul II an die Kartäuser:
    In der Abgeschiedenheit des Klosters und in der Einsamkeit der Zelle weben die Kartäuser geduldig und still das Hochzeitsgewand der Kirche, „bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat“ (Offb 21,2); sie bieten täglich die Welt Gott dar und laden die gesamte Menschheit zum Hochzeitsfest des Lammes ein. “
    Freilich,soweit ich das Kartusianische kenne,so sehr darf ich sagen,dass dies alles,was Johannes Paul II zu den Kartäusern sprach,eine der besigendsten und gründlichsten Hinführungen-bei all dieser Kürze-zu diesem Leben und dieser Berufung bildet.Vieles wird geschrieben-weniges besitzt Bestand
    Ambrosius.

  2. Blume Identicon
    24. September 2012 14:59

    @die Suchende

    gestern fand ich in meinem geistlichen Tagebuch folgendes:

    Liebe deine Geschichte , es ist der Weg den Gott mit dir gegangen ist.

    Leo Tolstoi

  3. Legris Identicon
    Legris
    12. Juli 2015 23:08

    Für mich stellt der Kartauserorden die ideale monastische Lebensform dar, trotz aller negativen Berichte über dem Hause Marienau in Allgäu. Wo Menschen sich versammeln, dort gibt Unvollkommenheit.
    Vor zwei Jahren hatte ich die Gnade, die Ort der Grand Chartreuse zu besuchen und bin Gott dieser Erfahrung unendlich dankbar. Das Museum erklärt sehr genau was das Kartauserleben ist. Und nach dem Besuch des Museums kann man zu Fuß zu der Grand Chartreuse marschieren. Beeindruckend für mich ist, wenn man an das Schild: „Zone de Silence“ ankommt, ist das Stillschweigen so intensiv, dass man es fast „hören“ kann.
    Das ist es, das üben die Kartausermönche: still sein, damit man die Stimme Gottes wahrnehmen kann.
    Das klösterliche Leben ist ein Wanderweg, und das geht nach dem Tempo des Heiligen Geistes. Durch die Darstellung des Museums, oder auch via „Kloster auf Zeit“, kann man die innere Wanderung nicht nachvollziehen. Man muss den Weg selber gehen, mit intensiven „Kontakt“ zu Gott um zu wissen, was in einem vorgeht.
    Es wurde gesagt: hättest du geistliche Erfahrungen, kannst du nicht darüber sprechen, sprichst du darüber, dann hättest du es nicht. Es hört sich sehr hart an, und man mag fragen, was ist dann mit den zahlreichen Schreiben der anerkannten Mystikern? Gemeint ist, für uns „Normalsterblichen“ ist der Weg in die geistliche Erfahrung eine einsame und langwierige Weg, ohne Fanfare, und nicht als „sensationelle Kundgebung“ ausgerichtet ist.
    Mein Besuch der Ort der Grand Chartreuse ist eine Danksagung, dass Gott diese spezifischen Lebensform bewahrt hat – auch wenn sie Unverständlichkeit in anderen monastischen Orden hervorgerufen hat, wie ich es erlebt habe – um uns einen kleinen Blick in die Ewigkeit im Mitten der Vergänglichkeit zu gewähren.

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