Norbert von Xanten


Norbert von Xanten (* 1080/1085 Gennep oder Xanten; † 6. Juni 1134 Magdeburg), Gründer des Prämonstratenserorden, Erzbischof von Magdeburg 1126–1134; Heiliger

Leben
Norbert von Xanten

Der hl. Augustinus überreicht Norbert von Xanten seine Ordensregel, aus einer Abschrift der Norbertsvita (um 1140)

Norbert von Xanten wurde um das Jahr 1080 in Gennep oder Xanten am Niederrhein geboren. Seine adeligen Eltern bestimmten ihn für eine geistliche Kariere. So übernahm er schon im jugendlichen Alter am Dom St. Viktor in seiner Heimatstadt ein Kanonikat als Stiftsherr. Von hier aus kam er später in den Dienst des Erzbischofs von Köln. Er war Berater König Heinrichs V. und zog mit ihm nach Rom, als dieser Papst Paschalis II. gefangen nahm, um so seine Kaiserkrönung zu erzwingen. Diese Erfahrungen haben den jungen Norbert wohl sehr stark geprägt und möglicherweise seinen späteren „Lebenswandel“ mit beeinflusst. Kaiser Heinrich V. wollte ihn für seine Treue und als Zeichen seiner Wertschätzung zum Bischof von Cambrai ernennen. Norbert lehnte dieses Angebot allerdings ab.

Vom adeligen Sohn zum Bußprediger

Um 1115 erfolgte Norberts „Lebenswandel“. In seiner Vita wird dieser mit einem Blitzeinschlag neben ihm in Verbindung gebracht. Er gab seine Stellungen bei Erzbischof und Kaiser auf, verzichtete auf Pfründe und Vermögen und ließ sich zum Priester weihen. Nun verkündete er als Wanderprediger in Deutschland, Frankreich und Belgien das Evangelium. Der Bischof von Laon hätte ihn gern als Reformer in seinem Bistum gehabt, doch dem dortigen Klerus war Norbert zu streng. Stattdessen bot der Bischof ihm nun einige Orte an, wo er ein eigenes Kloster gründen könnte. In einer Traumvision zeigte die Gottesmutter Maria Norbert eine Wiese mit einer verfallenen Kapelle, „Pratrum demonstratum“ – davon leitet sich der Name Prémontré ab; dort gründete er 1120/21 mit 13 Gefährten ein Kloster, das sich zum Mutterkloster des größten Chorherren-Ordens der Kirche entwickelte.

Erzbischof von Magdeburg

Der Reichstag zu Speyer berief Norbert 1126 zum Erzbischof von Magdeburg. Hier hatte Norbert ähnliche Widerstände wie in Laon zu überwinden. Sein strenger Eifer und seine gewissenhafte Amtsführung stießen auf Widerstand, nur knapp konnte er einem Aufstand gegen sich entkommen. Seine beharrliche Geduld führte aber letztlich zu einer inneren Erneuerung in seiner Diözese. Er wandelte 1129 das bereits bestehende Stift „Unser Lieben Frauen“ in Magdeburg in ein Prämonstratenserkloster um, das Kloster wurde Ausgangspunkt des Wirkens der Prämonstratenser im Osten und ihrer Mission unter den Wenden und Slawen.

Von Magdeburg nach Prag

Als Erzkanzler des Reiches für Italien unternahm Norbert 1132/1133 mit Kaiser Lothar einen Romzug, von dem er mit Malaria infiziert nach Magdeburg zurückkehrte und sich nicht mehr erholte. Sein Leben schloss er am 6. Juni 1134 in Magdeburg als Metropolit einer großen Kirchenprovinz im Osten. Papst Gregor XII. sprach ihn am 28. Juli 1582 heilig. Da Magdeburg protestantisch wurde, übertrug der Orden 1626 Norberts Reliquien in eine Kapelle der Abteikirche Strahov in Prag. Norbert von Xanten ist seit dem Patron von Böhmen.

Lukas Florian Prosch

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Letzte Änderung: 11. Juli 2013 

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