Paccanaristen


Die Paccanaristen (Societas de fide Iesu bzw. Padri della fede) waren eine katholische klerikale Kongregation, die 1797 von Niccoló Paccanari (1773–1811) und einigen Priestern in Spoleto gestiftet wurde, um als Ersatz für die damals verbotene Gesellschaft Jesu zu dienen. Sie widmeten sich v.a. der Volksmission und der Erziehung.

Geschichte

Am 18. April 1799 wurden sie von Pius VI. mit der 1794 von Tournély aus der gleichen Intention gegründeten Gesellschaft des heiligen Herzens Jesu (Société du Sacré-Cœur) verschmolzen. Die Verschmelzung wurde zwar von Paccanari betrieben, stieß aber v.a. bei Ex-Jesuiten in Italien auf Widerstand und wurde in Hagenbrunn bei Wien von den französischen Emigranten durch den Generaloberen der Sacré-Cœur-Gesellschaft, Joseph-Désiré Varin, und unter dem Protektorat der Erzherzogin Maria Anna, Schwester Kaiser Franz‘ II., vollzogen. Die vereinigte Gesellschaft nahm den Namen »Societas fidei Iesu« an.

Die Paccanaristen stifteten Ordenskolonien in Deutschland (Dillingen, Augsburg, Paderborn, Berlin), der Schweiz (Sion/Sitten), Italien, Holland, Frankreich und England und wurden 1800 in Rom aufgenommen.

Mit dem Wiedererstarken und der teilweisen Wiederzulassung des Jesuitenordens durch Pius VII. (1801 in Weißrussland, 1804 im Königreich Neapel) verlor die Gemeinschaft an Bedeutung. Es kam zu Richtungsstreitigkeiten. Paccanari bestand auf Selbständigkeit, Varin verließ die Gesellschaft 1804 und bemühte sich um das Wiederaufleben des Jesuitenordens in Frankreich, dem er 1814 beitrat. Paccanari, zuletzt isoliert, wurde 1808 vor dem Hl. Offizium angeklagt und zu zehn Jahren Haft verurteilt, konnte aber 1809 während der französischen Besetzung Roms entkommen und wurde 1811 ermordet aufgefunden.

Nach Wiederherstellung des Jesuitenordens 1814 traten die letzten Paccanaristen zu diesem über oder wurden Weltgeistliche.

Letzte Änderung: 23. September 2008 

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