Reyberger, Anton


Anton Reyberger, auch Rayberger, OSB (* 21. Jan. 1757 Göllersdorf; † 3. Okt. 1818 Wien), Benediktiner und Abt der Benediktinerabtei Stift Melk in Niederösterreich.

LebenReyberger wurde 1757 als Sohn eines Müllers in Göllersdorf, Niederösterreich, geboren. Er besuchte das Gymnasium der Jesuiten in Wien, deren Verbot 1773 seinen Eintritt in die Gesellschaft Jesu verhinderte. Stattdessen trat er – wegen des hervorragenden wissenschaftlichen Rufs, den die Abtei genoss – am 13. November 1774 in das Stift Melk ein, wo er 1781 die feierliche Profess ablegte und im selben Jahr zum Priester geweiht wurde.

Nachdem er einige Jahre am Hausgymnasium zu Melk klassische Sprachen gelehrt hatte, wurde er 1786 von Gottfried van Swieten zum Professor der Pastoraltheologie an der Universität Pest (Budapest) berufen, erhielt aber 1788 den Lehrstuhl für Moraltheologie an der Universität Wien, den er 22 Jahre innehatte. 1800/1801 war er Dekan der theologischen Fakultät, 1808 theologischer Bücherzensor.

1810 erhielt er den Titel eines wirklichen k. k. niederösterreichischen Regierungsrates und wurde für das Studienjahr 1810/11 zum Rektor der Universität und am 7. November 1810 fast einstimmig zum Abt gewählt. Als solcher beförderte er trotz der schwierigen Zeitverhältnisse das Wohl der Abtei. 1811 wurde ein Konvikt für 40 Schüler eröffnet, das Hausgymnasium erweitert und 1812 das Alumnat für die Sängerknaben wiedererrichtet, das eine unterbrochene musikalische Tradition der Abtei fortführte. Die theologische Hauslehranstalt dagegen musste 1813 geschlossen werden. Auch die Führung der wirtschaftlichen Angelegenheiten erwies sich als schwierig.

1817 zum Verordneten der niederösterreichischen Stände gewählt, hielt sich Reyberger in dieser Stellung oft in Wien auf, wo er am 3. Oktober 1818 starb. Seine Leiche wurde am 7. Oktober in Melk bestattet.

DatenKarl; * 21. Jan. 1757 (Göllersdorf); † 3. Okt. 1818 (Wien); Prof.: (f.) 4. März 1781; Sac.: 1781; Abbas: 7. Nov. 1810.

WerkeSein Hauptwerk Systematische Anleitung zur christlichen Sittenlehre oder Moraltheologie, 1. Band, Wien 1794. verfasste Reyberger als Professor der Moraltheologie. Statt des zweiten Bandes des obengenannten Werkes erschienen später Institutiones ethicae christianae seu theologiae moralis, usibus academicis adcommodatae, 3 Bände, Wien 1805–1809. Hiervon erschien 1813 die zweite, 1815 die dritte Auflage, beide unverändert.

Literatur
  • ADB Band 28 (1889), S. 348f.
  • BLKÖ Band 25 (1868) S. 398f.
  • ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 42) S. 104

Letzte Änderung: 9. November 2008 

Kommentare

Was sagen Sie dazu?