Säben


Abtei vom Hl. Kreuz zu Säben (Kloster Säben, ital. Monastero di Sabiona), Benediktinerinnenabtei oberhalb von Klausen, Südtirol.

Kloster

Kloster Säben

Kloster Säben

Seit dem 6. Jahrhundert urkundlich belegt, war Säben bis ca. 960 Bischofssitz (Sabiona) und blieb danach eine bischöfliche Wehrburg, bis 1533 ein Blitzschlag die Bergfestung einäscherte. Auf Bestreben des Kanonikus Dr. Matthias Jenner bezogen 1685 drei Chorfrauen und zwei Laienschwestern aus dem Stift Nonnberg in Salzburg die Ruinen und begründeten unter schwierigsten Bedingungen ein Kloster, das 1699 zur Abtei erhoben wurde. In der Zeit der Napoleonischen Kriege und des Tiroler Volksaufstands (1796–1809) wurde die Abtei mehrfach besetzt und geplündert und unter der bayerischen Regierung 1808 schließlich aufgehoben und die Kirchenausstattung in Klausen versteigert. Der im Kloster verbliebene Konvent nahm sein klösterliches Leben 1809 wieder auf, war aber so verarmt, dass er sich keine Äbtissin mehr leisten konnte.

Der erste Kontakt zur Beuroner Kongregation kam zustande, als die 1878 gewählte Oberin M. Ida Urthaler Verbindung zum Beuroner Exilkonvent in Volders in Nordtirol fand. Mehrfach besuchte der Beuroner Mönch Benedikt Sauter das Kloster und unterwies die Schwestern im Chorgesang. 1882 wurde mit M. Ida Urthaler zum erstenmal seit 70 Jahren wieder eine Äbtissin gewählt. Seit 1910 lebte die Kommunität nach den Satzungen der Beuroner Frauenklöster und wurde schließlich 1974 vom Generalkapitel in die Kongregation aufgenommen.

Von 1970 bis 1996 leitete die charismatische, aus dem Kloster Herstelle kommende Äbtissin Marcellina Pustet OSB die Abtei. Ihr gelang es im Sinne der nachkonziliären Zeit das Kloster nach außen hin mehr zu öffnen und neue Akzente zu setzen. Einkehrtage wurden abgehalten, es gab Meditationstage, religiöse Diskussionen vor allem mit Jugendgruppen, Modellversuche mit Kloster auf Zeit und anderes.

Die Benediktinerinnen widmen sich dem Chorgebet und der häuslichen Arbeit, kümmern sich aber auch um Pilger und nehmen im Sommer Gäste auf. Das Gästehaus bietet Platz für zwölf Personen, die Vollpension haben können.

Seit 1996 leitet Äbtissin Maria Ancilla Hohenegger OSB das Kloster. Der Konvent zählt keine zehn Schwestern mehr.

Klosteranlage

Die Klosteranlage Säben musste Ende des 19. Jahrhunderts wegen eines drohenden Felsrutsches saniert und umgebaut werden, wodurch sie das Aussehen einer mittelalterlichen Festung verlor.

Die Klosterkirche, 200 Jahre zuvor von Kanonikus Jenner im Palas der alten Burg erbaut, wurde 1880 im Beuroner Stil renoviert. Sie erhielt eine neue östliche Kirchenmauer und eine Sakristei. 1883 wurde der Klosterbau um einiges niedriger umgebaut und sämtliche Fenster und Türen neu ausgebrochen. Der aus dem Mittelalter stammende Torturm aus dem Mittelalter war so baufällig geworden, dass er abgebrochen werden musste. Der Zugangsweg wurde an den Westrand des Felsen verlegt, wofür Tunnel gesprengt werden mussten. Der westliche Klosterflügel wurde neu errichtet.

Sehenswert sind die Marienkapelle, die Liebfrauenkirche, die Klosterkirche, der Jubiläumsbrunnen und die Heilig-Kreuz-Kirche.

Lage & Anfahrt

Vom Städtchen Klausen gelangt man auf der Säbener Promenade in ungefähr 45 Minuten hinauf zum Klosterkomplex, auf dem Kreuzweg in ca. 30 Minuten.

Letzte Änderung: 12. August 2009 

Kommentare

2 Kommentare zu “Säben”

  1. Constantine Prinoth Identicon
    Constantine Prinoth
    6. Oktober 2010 10:45

    Grüß Gott,
    habe eine Frage. Wäre es möglich bei Euch im Kloster als Gast einige Tage zu verbringen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Constantine Prinoth

  2. Tacitus26 Identicon
    Tacitus26
    6. Oktober 2010 12:01

    Am besten wendest Du Dich direkt an die Abtei Säben.

    Benediktinerinnenabtei vom Hl. Kreuz Säben
    I – 39043 Klausen
    Telefon: (0472) 847587
    Fax: (0472) 847996
    Vorwahl von Deutschland aus: (00390472)

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