17. November 2008

Kloster Lebenhan verkauft

Mainz/Lebenhan (POW) – Die Deutsche Ordensprovinz der Missionare von der Heiligen Familie mit Sitz in Mainz hat ihr Missionshaus Sankt Kilian in Lebenhan am 11. November 2008 verkauft.

Kloster Lebenhan (Foto: POW)

Kloster Lebenhan (Foto: POW)

Das teilte die Ordensgemeinschaft am Freitag, 14. November, mit. Künftig wird die gemeinnützige Stiftung Weltkulturerbe der Weisheitslehren die Immobilie nutzen. Das Missionshaus Sankt Kilian im Landkreis Rhön-Grabfeld wird am 1. Dezember 2008 an die Stiftung übergeben.

Fast drei Jahre hatte die von der Ordensprovinz mit der Veräußerung des Anwesens betraute Firma „Pro secur“ nach einer Umnutzungsmöglichkeit gesucht. Nach dem Verkauf steht nun die Profanierung der Klosterkirche an, da diese künftig anders genutzt werden soll. Bischof Dr. Friedhelm Hofmann hat die Profanierung bereits genehmigt. In seinem Auftrag feiert Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand am Christkönigssonntag, 23. November, um 16 Uhr die letzte Eucharistiefeier in der Klosterkirche. Zum Abschluss dieser Feier wird das Profanierungsdekret des Bischofs verlesen. Die ansässigen Ordensmänner ziehen danach an unterschiedliche Orte um. „Die Missionare von der Heiligen Familie bleiben jedoch im Bereich Bad Neustadt durch verschiedene Mitbrüder in der Seelsorge vertreten“, teilt die Ordensgemeinschaft mit. Die Gläubigen der Kuratiegemeinde Lebenhan feiern ihre Gottesdienste weiterhin in der Kuratiekirche Mariä Geburt.

Die Kirche wird am 23. November profaniert

Nach Angaben von Dr. Stephan Steger, Liturgiereferent der Diözese Würzburg, konstituiert sich ein Sakralraum durch die gottesdienstliche Feier. „So wie die Kirchweihe durch die Feier der Eucharistie sich vollendet, so ist die Profanierung die Feier der letzten Eucharistie. Das Gotteshaus wird nach der Profanierung nicht mehr für den Gottesdienst benutzt. Der Tabernakel wird geleert, die Reliquien werden aus dem Altar genommen.“ Danach ist die Klosterkirche kein Gottesdienstraum mehr. Die betroffenen Gläubigen sollten die Profanierung bewusst mitfeiern, um Abschied nehmen zu können, betonte Steger. Kirchliches Mobiliar müsse in einer profanierten Kirche entfernt werden, beispielsweise Altar, Ambo, Taufstein und Heiligenbilder.

1919 hatten die Missionare von der Heiligen Familie den Herrensitz in Lebenhan gekauft und das Missionshaus Sankt Kilian gegründet. Die Anlage war 1246 für die Verwalter des Bischöflichen „Salzforstes“ errichtet worden. Aus dem stattlichen Bau wurde eine Missionsschule mit Internat, die bis 1978 viele Priester und Missionare hervorbrachte. 1978 wurde die Schule aufgegeben. In jüngster Zeit war das Kloster Lebenhan der Mittelpunkt für die Patres, die in verschiedenen umliegenden Orten die Seelsorge ausüben. Zudem hatten einige alte Ordensbrüder in Sankt Kilian ihr Zuhause. In den ehemaligen Schulräumen hielten die Diözese Würzburg und verschiedene Gruppen religiöse Treffen und Tagungen ab.

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