Spiske, Robert


Robert Spiske (* 29. Jan. 1821 Lissa; † 5. März 1888 Breslau), schlesischer Theologe; Domherr zu Breslau, Ordensgründer; Stifter der Kongregation der Hedwigschwestern.

Leben
Domherr Prälat Robert Spiske

Domherr Prälat Robert Spiske

Geboren 1821 in Deutsch-Lissa bei Breslau als Sohn eines Schuhmachers, trat Spiske nach dem Besuch des Mariengymnasiums in das Breslauer Priesterseminar ein. Am 18. Juni 1847 von Fürstbischof Melchior von Diepenbrock in Breslau zum Priester geweiht, erhielt er seine erste Anstellung als Kaplan an St. Maria auf dem Sande. Dort blieb er 16 Jahre, verwaltete aber zwischenzeitlich vorübergehend die Pfarrei St. Michael im Norden Breslaus, die in einem von Armut und Verwahrlosung geprägten Stadtviertel lag.

Unter dem Eindruck der seelischen und materiellen Nöte der Bevölkerung, insbesondere der Kinder, Jugendlichen und Frauen, gründete er im Auftrag seines Pfarrers in Breslau den St. Hedwigs-Verein katholischer Frauen und Jungfrauen, aus dem 1856 die Kongregation der Schwestern der Heiligen Hedwig erwuchs, deren päpstliche Anerkennung Spiske 1858 erwirkte.

1856 erwarb Spiske ein Grundstück und errichtete dort eine Wohltätigkeitsanstalt, das Rettungshaus zur hl. Hedwig, dem der preußische König Friedrich Wilhelm IV. 1857 den Status einer juristischen Person verlieh.

Robert Spiske, seit 1859 Päpstlicher Ehrenkämmerer, blieb Zeit seines Lebens den Hedwigsschwestern eng verbunden und war ihr Förderer, auch als er 1860 Pfarrer der Breslauer St.-Dorotheenkirche wurde, wo er über zwanzig Jahre wirkte. Einige Jahre war er während dieser Zeit auch Erzpriester des Dekanates Breslau.

1883 zum residierenden Domherrn und Domprediger berufen, starb er am 5. März 1888 an den Folgen eines Schlaganfalls, nachdem er noch erlebt hatte, wie die im Kulturkampf vertriebenen Hedwigschwestern nach Breslau zurückkehren konnten. Am 8. März 1888 wurde er in der Domherrengruft der Breslauer Kathedrale beigesetzt.

Am 5. März 1984, dem 96. Todestag, wurden Spiskes Gebeine in die Kirche des Mutterhauses in Breslau übertragen. 1993 hat das Erzbistum Wroclaw (Breslau) den Seligsprechungsprozess für Robert Spiske eingeleitet.

Literatur
  • Mertens, Johannes: Robert Spiske, Regensburg: Schnell & Steiner, 1998
  • Rupprecht, H.: Robert Spiske, der Gründer der Kongregation der Hedwigsschwestern, in: Archiv für schlesische Kirchengeschichte, Band 53, Sigmaringen 1995, S. 265-276
  • Swastek, J.: Robert Spiske – Gründer der Kongregation der St. Hedwig-Schwestern, in: Archiv für schlesische Kirchengeschichte, Band 59, Sigmaringen 2001, S. 271-289

Letzte Änderung: 7. November 2008 

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