Trinitarier


Trinitarier, eigentlich Orden der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, lat. Ordo Sanctissimae Trinitatis, Abk. OSsT, in Österreich nach der Farbe ihres Habits auch Weißspanier genannt, katholischer Bettelorden (seit 1609), gegründet 1198 in Frankreich von Jean de Matha und Felix de Valois in Cerfroid bei Soissons.

Trinitarierkreuz

Trinitarierkreuz

Ursprünglich zum Loskauf der infolge der Kreuzzüge gefangenen und versklavten Christen gegründet, wurde der Orden 1198 von Papst Innozenz III. mit der Bulle Operante Divine Dispositionis anerkannt und gefördert, nachdem Johannes de Matha in Rom seine auf der Augustinusregel basierende Regel vorgelegt hatte.

Der Trinitarierorden breitete sich im 13. Jahrhundert über Frankreich hinaus v.a. nach Kastilien, aber auch Italien und England aus. Ihm sollen im Spätmittelalter ca. 150 Klöster angehört haben. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Orden reformiert. Der hl. Juan Bautista de la Concepción Rico (1561–1613) begründete den 1599 von Papst Clemens VIII. mit dem Breve Ad militantis Ecclesiae anerkannten Reformzweig der Unbeschuhten Trinitarier, der 1636 einen eigenen Generaloberen erhielt und damit endgültig selbständig wurde und mit einigen Konventen die Säkularisationswellen überlebte. Die spanische und die italienische Observanz wurden 1900 vereinigt. 1901 wurde die noch heute bestehende Niederlassung in Wien wiederbegründet.

Die Trinitarier der alten Observanz erloschen 1894, nachdem sie schon 1837 in Spanien aufgehoben worden waren.

Heute gehören dem Orden ca. 500 Trinitarier in 17 Ländern der Welt an, die sich vor allem der Mission und der Gefangenenseelsorge widmen.

Ordenskleid: der weiße Habit der Dominikaner mit dem charakteristischen rotblauen Kreuz auf der Brust.

Letzte Änderung: 8. Juli 2009 

Kommentare

3 Kommentare zu “Trinitarier”

  1. Thelen Gottfried Identicon
    Thelen Gottfried
    17. Juli 2011 10:13

    In der Gemeinde 56332 Oberfell/Mosel, Land Rheinland-Pfalz, Kreis Mayen-Koblenz befindet sich die Wallfahrtskirche auf dem Bleidenberg.- auch Dreifaltigkeitskirche genannt. Es ist bekannt, das bereits am 15.08.1697 dem damaligen Pastor die Erlaubnis zur Errichtung eienr Bruderschaft (Ebd. 32.344) zur Befreiung der efangenen für Oberfell und Bleidenberg in Rom erteilt wurde durch den fr. Franciscus Ruiz aus dem Trinitarierorden. Der Pastor erhielt das Recht „Skapuliere, rote und schwärzliche Kreuze zu segnen und aufzuerlegen. Diese Gnade gab fr. Bruno Tandel, Minister des Trinitarierordens in Vianden weiter.

    Leider ist nur noch das Bruderschaftsbuch erhalten.
    Für die Gemeinde Oberfell wären weitere Informationen von großem Wert!
    Wenn möglich, bitte ich hiermit um Antworten
    Mit freundlichem Gruß
    Gottfried Thelen

  2. Johanna Identicon
    Johanna
    18. Dezember 2011 20:05

    Im Ökomenischen Heiligenlexikon steht das Apostolat dieser Gemeinschaft folgendermaßßen beschrieben:

    „eine Aufgabe bestand im Freikauf christlicher Sklaven aus den Händen der Sarazenen. In den theologischen Auseinandersetzungen ihrer Zeit sollten die Trinitarier – in Abgrenzung zur Lehre des Islam – der Lehre von der Dreieinigkeit mehr Aufmerksamkeit schenken und zur Linderung der Not der infolge der Kreuzzüge gefangenen, versklavten Christen dienen.“

    Diese Aufgaben sind eigentlich immer noch aktuell. Schade, dass sich der Orden leider nicht mehr der verfolgten Christen unter dem Islam widmet.

    Johanna

  3. Edith Zeltner-Niksic Identicon
    17. Oktober 2014 20:51

    Zum Eintrag von Johanna aus 2011: ich nehme an, es wurde auch mittlerweile mit unter dem Islam verfolgten Christen gearbeitet. Das neueste: Am 14.10.2014 haben Mitglieder des Trinitarierordens mit Missionspriestern des Institutes vom menschgewordenen Wort eine sogenannte „Crowdfunding-Kampagne“ gestartet, mit dem Ziel, mindestens 1 Million US Dollar für verfolgte Christen und andere Minderheiten im Irak zu sammeln. Weitere Infos (bald auch auf deutsch) in „Amigos de Irak“ (Freunde des Irak) auf der Homepage und in Facebook. Ich hoffe, diese Kampagne wird auch im deutschsprachigen Raum gut aufgenommen!

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