15. Oktober 2017

Abtei Himmerod geschlossen

Großlittgen/Hauterive – Wie erwartet hat das Kongregationskapitel der Mehrerauer Kongregation die Schließung der Zisterzienserabtei Himmerod in der Eifel beschlossen.

Klosterkirche Himmerod (Foto: Langec, cc-by-2.0)

„Es schmerzt mich sehr“, so Abt Johannes Müller, „dass unser Kloster, das im Jahr 1134/1135 von Bernhard von Clairvaux gegründet wurde, nun von uns aufgegeben werden muss. Über 900 Jahre haben Zisterziensermönche hier gelebt, gebetet und gearbeitet und Himmerod zu einem geistlichen Zentrum für viele Menschen gemacht.“ Schon nach einer Visitation im Mai 2017 hatte die Ordensleitung der Zisterzienser die Gemeinschaft von Himmerod ersucht, intensiv über die Zukunft des Konvents in Himmerod nachzudenken. Zudem hat sie die Mitglieder der Abtei beauftragt eine Schließung ins Auge zu fassen. Der Himmeroder Abt: „Zahlreiche Personen und auch die Mitglieder des Fördervereins haben in den letzten Jahren die Abtei bei ihrer Arbeit unterstützt. Leider konnte daraus keine wirtschaftlich tragfähige Lösung erzielt werden, da insbesondere der Erhalt der Immobilie einen enormen finanziellen Aufwand darstellt. Die wirtschaftlich angespannte Situation, aber vor allem die geringe Zahl der Mönche, waren entscheidend für diesen schweren Schritt.“

Über den Beschluss der Auflösung des Konvents wurde offiziell Bischof Dr. Stephan Ackermann durch das Kongregationskapitel informiert. Die Liegenschaft geht in den Besitz der Diözese Trier über. Abt Johannes betont, dass in den nächsten Tagen und Wochen für und mit den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der Abtei tragfähige Lösungen gesucht werden.

Die Mitbrüder des Konvents haben die Möglichkeit in ein anderes Kloster ihrer Wahl zu übersiedeln. Pater Stephan Senge (83) möchte sich weiterhin in Himmerod in der Gästearbeit und mit der Initiative Sudan engagieren. Pater Ignatius Fritsch (57) und Bruder Oliver Müller (63) wechseln in die Abtei Marienstatt im Westerwald. Bruder Lukas Neidert (53) will aus dem Orden austreten. Bruder Jonas Idziassek (46) geht in ein anderes Kloster, wohin steht noch nicht fest. Abt Johannes wird eine Pfarrstelle in Sachsen übernehmen.

Lesermeinungen

5 Kommentare zu “Abtei Himmerod geschlossen”

  1. Martin
    3. November 2017 13:18

    Es ist traurig, dass das Zisterzienserkloster Himmerod wegen Mangel an Berufungen schließen muss. Dies ist besonders schmerzlich, weil das Kloster Himmerod vom Heiligen Bernhard von Clairvaux gegründet worden ist und nun eine mönchische Tradition zisterziensischen Lebens erlischt. Der treue Pater Stephan Senge OCist bleibt jedoch auch weiterhin in Himmerod, um dort die Menschen zur Stille und zum Gebet einzuladen, wofür ich sehr danbar bin. Ad multos Anno!
    PS Vielleicht findet sich ja doch noch ein Orden, der das klösterliche Leben von Himmerod in alter Tradition fortführt.

  2. ALBERICH
    28. November 2017 17:29

    Vielleicht erbarmt sich Heiligenkreuz und führt Himmerod vorerst in kleiner Besetzung weiter. Der Rang als Abtei bleibt dem Kloster weiterhin erhalten.

  3. Rudolf Mitterhauser
    2. September 2018 11:53

    Heute feiert die Abtei Heiligenkreuz die Wiederbegründung eines Priorats in Neuzelle. Nach vielen Jahren des Ãœberlegens des Konventes von Heiligenkreuz nach einer Neugründung, u.a. auch wegen seinem Personalstand von 100 Mönchen, ist es für so manchen Ordensinteressierten und vor allem Christen unverständlich, warum Heiligenkreuz nicht die Abtei Himmerod geistlich und menschlich mit Mönchen unterstützt hat in „unruhigen“ Zeiten. Es kann ja alleine nicht als Grund angeführt werden, dass Himmerod zur Mehrerauer Kongregation gehört-auch dies hätte sich bestimmt kirchenrechtlich lösen lassen.
    Es war bekannt, nachdem Heiligenkreuz nach einem Ort einer Neugründung nachdachte, dass einige „aufgelassene Klöster“ in Deutschland zur Debatte standen. Mir fällt auch z.B. Seligenporten ein, das heute leider nur mehr als Pfarrkirche geführt wird.
    Vielleicht war aber auch das Werben von Bischof Wolfgang aus Görlitz doch so intensiv und auch die Nähe von St. Marienstern und St. Marienthal ausschlaggebend, dass Heiligenkreuz da nicht nein sagen wollte.
    Oder hätte man nicht so manche pfarrerlose Pfarrei auch in Niederösterreich mit Heiligenkreuzer Geistlichen besetzen können?
    Die inzwischen bekanntgegebene Information, dass man in Neuzelle ein eigenes Kloster bauen will, ist bestimmt auch nicht ganz überzeugend für die Köpfe so mancher Christen. Das Wort aus Abt Maximilians Mund, wir wollen doch nicht Großgrundbesitzer sein,im Bezug darauf, sich in die Räume von der Stiftung Neuzelle „hineinzusetzen“ und dortige etablierte Institutionen „hinaus zu bringen“, ist etwas unglücklich gewählt. Sind Stifte denn nicht doch im wirtschaftlichen Sinn Großgrunbesitzer?
    Trotzdem zum neuen Priorat Neuzelle Gottes Segen und trotzdem traurig, dass Himmerod geschlossen wurde.

  4. Jürgen Weber
    29. Oktober 2018 19:17

    Es ist bedauerlich. Nun beginnt auch das Sterben der monastischen Männer-und Frauenklöster. Es geht eine Tradition innerhalb der Kirche verloren, die auch ihren Eigenstand hatte und hat. Es geht um Orte, die der Spiritualität dienen sollten, unabhängig vom kirchlichen Klein Klein. Sicherlich sterben einige Abteien auch, weil sie ihre Identität verloren haben. Wäre es nicht ein Zeichen, wenn es rechtzeitig möglich wäre, durch eine Verlegung der Stabilität, einige der Klöster zu retten?

  5. Bernhardus
    6. Februar 2019 11:49

    In den letzten Jahren wurde versucht Brüder außerhalb ihrer Stabilität in Himmerod zu integrieren, leider ohne Erfolg. Postulanten verabschiedeten sich reihenweise, nur einer blieb. Was passierte da in Himmerod? Wares die Wirtschaftliche Lage oder die besonterheit des Konventes?

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