Benediktusmedaille


Die Benediktusmedaille ist eine Medaille mit einem Segensspruch. Auf der Vorderseite ist das Benediktuskreuz abgebildet, auf der Rückseite eine Darstellung des Benedikt von Nursia. Benutzt wird die Medaille als Abwehr gegen das Böse und für Beistand in der Sterbestunde.

Vorderseite der Benediktusmedaille, Entwurf von P. Desiderius Lenz OSBDas Wappenwort des Benediktinerordens PAX ist oben auf der Vorderseite als Friedenswunsch zu sehen. Umrandet ist die Medaille mit den Buchstaben V R S N S M V S M Q L I V B. Diese stehen für Vade Retro Satana. Numquam Suade Mihi Vana. Sunt Mala Quae Libas. Ipse Venena Bibas. (Weiche zurück, Satan. Nie verlocke mich zu Nichtigem. Böse ist, was du gebietest. Trinke selbst dein Gift.) Auf dem Längsbalken des Kreuzes sind die Buchstaben C S S M L eingeschrieben, auf dem Querbalken die Buchstaben N D S M D. Diese stehen für Crux Sancta Sit Mihi Lux (Das heilige Kreuz sei mir Licht) und Non Draco Sit Mihi Dux (Kein Drache sei mir Führer). Die Buchstaben C S P B identifizieren das Kreuz als Benediktuskreuz; sie stehen für Crux Sancti Patri Benedicti (Kreuz des Heiligen Vaters Benedikt).

Die Rückseite der Medaille trägt eine Darstellung des Heiligen Benedikt. Üblichweise ist diese Darstellung von dem Text EIUS IN OBITU N(OST)RO PR(A)ESENTIA MUNIAMUR (Bei unserem Sterben mögen wir durch seine Gegenwart gestärkt werden) umgeben.

Warum der Segensspruch Benedikt von Nursia zugeschrieben wird, ist nicht geklärt. Eine Bibelhandschrift des Klosters Metten aus dem Jahr 1414 (Bayerische Staatsbibliothek, Cod. Mon. Lat. 8201.) enthält die älteste Darstellung des Benediktuskreuzes.

In Gebrauch war die Benediktusmedaille jedoch schon früher. Bereits Papst Leo IX. (1002-1054) benutzte eine Benediktusmedaille und soll durch sie von einer schweren Krankheit geheilt worden sein. Während die Vorderseite stets gleich gestaltet war, wurde die Gestaltung der Rückseite im Laufe der Jahrhunderte verändert.

Ihre heutige Form verdankt die Benediktusmedaille dem Benediktinermönch Benno, Abt im Benediktinerstift Braunau bei Prag, der 1741 von Papst Benedikt XIV. die kirchliche Anerkennung der Medaille und einer speziellen Weiheformel erhielt, die bis heute nur von Benediktinerpatres vollzogen werden darf.

Allgemeine Verbreitung fand die Medaille insbesondere dadurch, dass 1880 im Zuge der 1400-Jahrfeier der Geburt Benedikts die Benediktusmedaille als Jubiläumsmedaille geprägt wurde.

Daniel Tibi

Weblink

Die Benedikt-Medaille, Facetten der Benedikt-Verehrung und benediktinischer Frömmigkeit, von Altabt Albert Altenähr OSB

Letzte Änderung: 28. Juni 2009 

Kommentare

14 Kommentare zu “Benediktusmedaille”

  1. Rita Mühlecker Identicon
    Rita Mühlecker
    23. Juni 2009 19:35

    Können Sie mir sagen, wo es die oben abgebildete Medaille gibt (in bunt)?

  2. Dieter Mohr Identicon
    Dieter Mohr
    11. September 2009 10:25

    Bitte teilen Sie mir doch mit, wo ich diese Medaille, so wie sie abgebildet ist erwerben kann und wie teuer sie ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dieter Mohr

  3. Gabriele Franziska Heitfeld-Panther Identicon
    13. September 2009 20:10

    Man bekommt sie z.B im Klosterladen der Erzabtei Sankt Ottilien

    Telefon 08193 710

  4. Alina Identicon
    Alina
    18. November 2009 17:59

    Können sie mir vieleicht mitteilen, wo man die Medaille noch erwerben kann und wie teuer sie ist.

  5. Milena Identicon
    Milena
    4. November 2010 10:38

    Hallo zusammen, man kann diese Medallien in Wallfahrtsorten (z.B. Kevelaer), in Gebetsstaetten (z.B. Wigratzbad), bei Exerzitien kaufen oder auch im Internet bestellen. Ich bezahle fuer die bunte um die 3 Euro und fuer die Alu Medallie je nach Groesse 0,10ct – 0,30 ct.
    Am besten von einem Benediktiner Bruder/Pater mit Exorzismus besprechen lassen

  6. housestudentin2 Identicon
    housestudentin2
    4. November 2010 11:49

    hallo milena!
    ist diese „medallie“ (wie du sie nennst) denn so gefährlich, dass man sie extra von einem „benediktiner-bruder“ mit einem exorzismus „besprechen“ (was immer das heissen mag!) lassen muss? was kostet denn der exorzismus-zuschlag?

  7. Elli Identicon
    Elli
    4. November 2010 22:25

    @Milena

    „…mit Exorzismus besprechen lassen“

    Ernst gemeint?!

  8. Milena Identicon
    5. November 2010 09:44

    @Elli:
    Ja natürlich ist das ernst gemeint. Du weißt ja wie das Sprüchwort geht: „Teufel raus, ….. rein“ Nur weil du von dämonischer Energie durchflutet wirst, heißt das nicht, dass ich auch dem Teufel zum Opfer fallen will!!

  9. Elli Identicon
    Elli
    5. November 2010 10:00

    @Milena

    Ich kenne dieses in Bruchstücken erwähnte Sprichwort nicht

    Und: Ich halte das Weitere in Ihrem Kommentar Erwähnte für Mummenschanz, für Unfug, für ein Denken vor der Aufklärung.

    Halten Sie sich lieber an Kant: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

  10. Ronald Hörstmann Identicon
    Ronald Hörstmann
    22. November 2010 19:21

    Die bunte Benedikt-Medaille bekommt Ihr ganz sicher im http://www.klosterladen-münsterschwarzach.de in zwei vrschiedenen Größe. einmal 2,4 cm und 1,8 cm.

  11. Marianna Müller de Martinez osb obl Identicon
    Marianna Müller de Martinez osb obl
    4. März 2011 19:20

    Ich hätte gerne eine schöne Benediktusmedaille . Ich habe ein Benediktuskreuz , aber es ist zu schwer am Hals . Es ist aus Einsiedeln mit vielen Segnungen. Marianna Müller de Martinez OSB obl

  12. Heun, Katharina Identicon
    Heun, Katharina
    3. September 2017 12:17

    Die farbigen glatten (!) Medaillen habe ich bisher nur in Italien gefunden, in Subiaco und Montecassino. Die farbigen, die es in Deutschland gibt,haben eine unebene Oberfläche und wenn man sie umbehält und nicht zum Duschen abnimmt, ist nach einer Weile die Farbe verschwunden. das ist bei den italienischen nicht so. Sie kosteten in Subiaco zwischen 6 und 7 €

  13. Michael Röderer Identicon
    Michael Röderer
    13. September 2017 11:11

    Hallo, anscheinend scheint keiner hier so richtig über die Benediktusmedaille Bescheid zu wissen, deshalb will ich es versuchen. Die Medaille in der obigen Version ist 1880 zum großen Jubiläum des Heiligen Benedikt in Beuroner Kunst neu aufgelegt worden, vorher war sie eher oval und hatte vorne das Kreuz und auf der Rückseite auch den heiligen Benedikt aber eher in barocker Ausführung. Diese jetzige Medaille gibt es in allen Größen, farbig oder silbrig, billig und besser in Silber oder gold. Sie sollte im optimalen Fall von einem Priester im alten Ritus geweiht sein, weil das Rituale einen Exorzismus bzw. mehrere Weihen während des Segens vorsieht, und das deshalb weil das Kreuz auf der Medaille das ja die Vorderseite ist einen so großen Schutz gegen das Böse bietet, das hat eben das weihen in den neuen Riten nicht mehr. Wer sich genauer und intensiver damit befassen will dem sei das Büchlein im Sarto Verlag empfohlen, Dom Prosper Gueranger, „Die Medaille des Heiligen Benedikt“ zu 7,90 €.

  14. Heun, Katharina Identicon
    Heun, Katharina
    9. Oktober 2017 19:47

    @Michael Röder

    Ihr Beitrag beantwortet nicht die Frage, wo man die Medaillen kaufen kann. Das hatte ich versucht zu beschreiben. Wieso Sie daraus schließen, wir wüssten alle nicht über die Medaille an sich Bescheid, erschließt sich mir nicht, zumal es im einleitenden Text erklärt ist…

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