Bütler, Bernarda


Maria Bernarda Bütler OSF (* 28. Mai 1848 Auw; † 19. Mai 1924 Cartagena), Schweizer Kapuzinerin; Gründerin und erste Oberin der Kongregation der Missionsfranziskanerinnen von Maria Hilf; erste heiliggesprochene Schweizerin und erste Heilige Kolumbiens.

Leben und Wirken
Maria Bernarda Bütler

Maria Bernarda Bütler

M. Bernarda Bütler wurde am 28. Mai 1848 als viertes von acht Kindern in Auw, Kt. Aargau, geboren und noch am selben Tag auf den Namen Verena getauft. Ihr Vater Heinrich Bütler (1810–1889) war Küfer. Gemeinsam mit seiner Frau Katharina führte er eine kleine Landwirtschaft.

Nachdem ein erster Versuch des Klostereintritts bei den Menzinger Schwestern am Heimweh gescheitert war, trat sie auf Anraten ihres Pfarrers, Sebastian Villiger, am 12. November 1867 bei den Kapuzinerinnen im Kloster Maria Hilf in Altstätten SG ein und erhielt bei der Einkleidung 1868 den Ordensnamen »Schwester Maria Bernarda vom heiligsten Herzen Mariens«. Nach der Profess 1871 zunächst als Lehrerin und im Hausdienst eingesetzt, wurde sie 1874 Schaffnerin, 1879 »Helfmutter« (Assistentin) und Novizenmeisterin und am 18. Oktober 1880 schließlich »Frau Mutter« (Oberin), obwohl sie mit 32 Jahren eine der jüngsten Schwestern war. Unter ihrer Leitung nahm die Klostergemeinschaft einen neuen Aufschwung. Bütler sanierte das Kloster wirtschaftlich und führte in Zusammenarbeit mit dem St. Gallener Bischof Augustin Egger (1833–1906) eine umfassende Reform durch, die zu zahlreichen Neueintritten führte.

Da es mehr Anwärterinnen gab als die Gemeinschaft aufnehmen durfte – infolge des Kulturkampfes war die Schwesternzahl auf 30 begrenzt – entschloss sich Mutter Bernarda 1888 – dem Ruf des deutschstämmigen Bischofs von Portoviejo, Peter Schumacher CM (1839–1907), folgend – mit einer Gruppe Schwestern nach Ecuador auszureisen, wo sie in Chone, einem Ort mit ca. 13.000 Einwohnern, v.a. in der Krankenpflege und im Schulwesen wirkten.

Infolge eines politischen Umsturzes in Ecuador flüchteten die Schwestern 1895 auf Einladung des dortigen Bischofs, Eugenio Biffi PIME, nach Cartagena im Norden Kolumbiens. Dort entstand die Kongregation der Missionsfranziskanerinnen von Maria Hilf mit Mutterhaus und Noviziat, Töchterschule und Internat, Lehrerinnenseminar usw., die sich schnell auch in andere Länder ausbreitete (Brasilien). Eine europäische Niederlassung wurde 1905 in Gaißau in Vorarlberg errichtet (St.-Josefs-Missionshaus mit Kandidatur und Noviziat), 1930 ein weiteres St. Josefsheim für Kinder in Altstätten übernommen.

Mutter Bernarda stand der Kongregation bis 1920 als Generaloberin vor. Sie starb am 19. Mai 1924 in Obra Pia in Cartagena und ist auch dort bestattet. Der Seligsprechungsprozess wurde 1948 eingeleitet und 1995 durch Papst Johannes Paul II. abgeschlossen. Am 12. Oktober 2008 wird sie als erste Schweizerin seit 1947 heiliggesprochen. Gleichzeitig ist sie auch die erste Heilige Kolumbiens. Ihr Gedenktag ist der 19. Mai.

Weblinks

DatenVerena; * 28. Mai 1848 (Auw); † 19. Mai 1924 (Cartagena); V.: Heinrich Bütler (1810–1889); M.: Katharina, geb. Bütler; Vest.: 4. Mai 1868; Prof.: 1871; Bea.: 29. Okt. 1995; Kan.: 12. Okt. 2008.

Literatur
  • Eberle, Erich: Wer aus der Liebe lebt. Die Dienerin Gottes Mutter Maria Bernarda Bütler, Ihr Geist und ihr Werk. – Altstätten. 1974
  • Juen, Agnes: Bernardas Weg. Tagebuchaufzeichnungen, die ihr Leben deuten. – Frastanz o.J., vermutlich 1996
  • Mayer Beda (Hg.): Gnadenfrühling. Die Jugend der Dienerin Gottes Maria Bernarda Bütler O.S.F. von ihr selbst erzählt. – Höchst und St. Margareten, 1951

Letzte Änderung: 6. Februar 2009 

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