Stenmanns, Hendrina


Hendrina Stenmanns (1852–1902), Ordensfrau und Selige; Mitgründerin der Missionskongregation der Dienerinnen des Heiligen Geistes (Steyler Missionarinnen, 1889).

Leben
M. Josefa Hendrina Stenmanns

M. Josefa Hendrina Stenmanns

Hendrina Stenmanns wurde am 28. Mai 1852 in Issum/Niederrhein geboren. Ihre Eltern waren der Schneidermeister Wilhelm Franz Stenmanns und Anna Maria, geb. Wallboom. Da Hendrina als Älteste von sieben Kindern schon früh zu kleinen Diensten herangezogen wurde, entwickelte sie einen Sinn für praktische Arbeiten, die ihr gut von der Hand gingen. Auch den Menschen ihres Heimatdorfes stand Hendrina immer hilfsbereit zur Seite. Sie war bekannt als die lebendige Sozialstation, sorgte für Kranke und Alte.

Um ihren Eltern beim Bau eines neuen Hauses zu helfen, erlernte Hendrina nach der Schulentlassung das Weben von Schirmstoffen. Im Dorf wurde sie daher die Seidenweberin genannt. Durch ihre Tante, eine Franziskanerin im benachbarten Kapellen, wurde sie schon früh auf das Ordensleben aufmerksam. Gerne wollte Hendrina ebenfalls ins Kloster gehen, fürchtete jedoch, mit ihren 1,49 Meter zu klein zu sein. Hendrina war 19 Jahre, als die Tante starb. Sie schloss sich jetzt der Franziskanischen Bewegung an und fand hier eine innere Heimat. Als die Franziskanerinnen 1871 wegen des Kulturkampfes das Land verlassen mussten, war Hendrinas Traum, bei ihnen einzutreten, vorbei. Nach dem Tod ihrer Mutter 1878 musste sie sich um ihre jüngeren Geschwistern kümmern. Erst mit 32 Jahren sollte sie ihren Weg nach Steyl finden.

Der Weg nach Steyl

1877 verließ Lambert Welbers, ein Lehrling ihres Vaters, seine Stelle in Issum, um im neugegründeten Missionshaus im niederländischen Steyl seiner Berufung zum Missionar zu folgen. Hendrina unterstützte ihn dabei finanziell. Zwei Jahre später lud Welbers seine Wohltäterin über Pfingsten nach Steyl ein, wo sie sich am 40-stündigen Gebet beteiligte. Sie sah bei dieser Gelegenheit, dass die Küche des Missionshauses von Schwestern der Göttlichen Vorsehung geleitet wurde, denen eine junge Frau, Theresia Sicke, als Gehilfin zur Seite stand. 1882 wiederholte Hendrina ihren Besuch in Steyl und sah dort neben der ihr bereits bekannten Theresia Sicke nun auch Helena Stollenwerk in gleicher Stellung. Sie erfuhr, dass die beiden hofften, einmal als Missionsschwestern in überseeische Länder zu gehen. Hendrinas verborgener Wunsch zum Ordensleben regte sich wieder. Zum Jahresbeginn 1884 wandte sie sich an Arnold Janssen, den Gründer des Steyler Missionshauses, mit der Bitte um Aufnahme, die auch gewährt wurde. Hendrina begann als Küchenmagd im Missionshaus der Steyler Missionare zu arbeiten. Die kommenden Jahre verlangten ihr nicht nur viel Kraft, sondern auch sehr viel Geduld ab. Der Arbeitstag der Küchengehilfinnen war zu damaliger Zeit lang, hart und anstrengend.

Arnold Janssen war von der Notwendigkeit der Mitarbeit von Frauen in der Missionsarbeit überzeugt. Doch wollte er den Gehilfinnen in der Missionshausküche, denen sich Gertrud Hegemann als vierte zugesellt hatte, keine voreiligen Versprechungen machen, bis er eine Gründung fest ins Auge fassen konnte. Erst nach fünf Jahren wurde Hendrinas Traum vom Ordensleben Wirklichkeit. Am 8. Dezember 1889 wurde die Gemeinschaft der Steyler Missionarinnen gegründet. Im Sommer 1890 kaufte Arnold Janssen auf der anderen Straßenseite des Missionshauses das Kloster der Augustiner-Chorfrauen, die nach Abflauen des Kulturkampfes wieder nach Essen zurückkehren konnten. Im August 1891 lässt Arnold Janssen eine Oberin wählen. Helena Stollenwerk erhält drei Stimmen und Hendrina Stenmanns fünf Stimmen, trotzdem wurde Helena Stollenwerk zur Oberin ernannt. Am Fest des Namens Jesu, dem 17. Januar 1892, überreichte Arnold Janssen den ersten Schwestern das Ordenskleid.

Von nun an übernahm Hendrina viele wichtige Aufgaben in der Ausbildung und Leitung der Schwestern. Zeitweise versah sie das Amt der Vorsteherin der zunächst kleinen Gemeinschaft, die sich rasch vergrößerte. Nach vollzogener Gründung wurde sie zur Assistentin der Oberin Sr. Maria (Helena Stollenwerk) ernannt. Außerdem vertraute Arnold Janssen Sr. Josefa die Einführung der jungen Frauen ins Ordensleben an, während Sr. Maria die Leitung der älteren Gruppen hatte.

In ihrer fröhlichen und einfachen Art war Hendrina, die nun Schwester Josefa hieß, bei den Schwestern sehr beliebt. Sie hatte ein großes Herz und für jede das rechte Wort. Mit ihrem Weitblick prägte sie die Entwicklung der Gemeinschaft wesentlich mit.

Am 20. Mai 1903 starb Mutter Hendrina, die schon seit dem Frühjahr 1902 kränkelte, an Asthma.

Am 29. Juni 2008 wurde Hendrina in Steyl-Tegelen/NL selig gesprochen.

Letzte Änderung: 15. April 2009 


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